Mit dem bloßen Auge nicht mehr wahrnehmbar

Wir sind uns nicht ganz sicher, ob wir erwähnt haben, dass Henschel es oft vorzog unter Zuhilfenahme einer Lupe zu arbeiten. Er liebte nun mal die Präzision. Hier wird der Ausschnitt eines Bildes gezeigt, das auch auf der Ausstellungspremiere in Kevelaer  zu sehen sein wird. Es zeigt die 5 mm große Pupille eines Eichhörnchens. Fotografiert wurde dafür der originale Druckstock, ein Resopal-Frühstücksbrettchen. Wir haben uns mal die Mühe gemacht die einzelnen Segmente, die Henschel dafür mit der Radiernadel in den Kunststoff geritzt hat, zu zählen.  Es besteht aus 367 Segmenten bzw. Feldern und Kreisen, die jeder für sich nur ein Zehntelmillimeter groß sind. Die Größe des gesamten Bildes beträgt 15 x 19 cm. Keine Sorge, während der Ausstellung bietet das Museum Leihlupen an, mit der sich jeder Besucher ausrüsten kann.

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Die heiße Phase beginnt

Nun ist endlich das offizielle Plakat zur Ausstellung erschienen, welches wir mit Stolz präsentieren.   Dieses fantastische  Schiffsmotiv ist nur eines aus einer ganzen Reihe von Bildern, bei denen sich Henschel mit Schiffen auseinandergesetzt hat. Wer mit dem Schiffsbau vertraut ist, wird feststellen, dass Henschel sich ausschließlich an den originalen Bauweisen orientiert hat, die er vorher intensiv studiert hatte. In seiner Wohnung fanden wir mindestens 10 umfangreiche Fachbücher, die sich der Konstruktion von Schiffen – vorrangig Segelschiffe –  widmen. Es darf als Einladung verstanden werden, neugierig zu sein, wie Henschel an die Dinge heran ging. In den kommenden Wochen wartet noch viel Arbeit auf uns. Es stehen mehrere Pressetermine an. Dazu haben wir einen exklusiven Partner gewählt, der das Projekt „Henschel“ bereits seit den ersten Tagen eng begleitet. Rudi Beerden, der Herausgeber/Verleger des www.Kevelaerer-Blatt.de – auch „Kävels Bläche“ genannt – hat sich persönlich für die Sache stark gemacht. Auch er wurde beim Anblick der Werke umgehend zum Fan von Henschel. Ein guter Grund, die Zusammenarbeit zu suchen. In der kommenden Woche erscheint als erster von drei Berichten ein ausführliches Portrait des Menschen Heinz Henschel .

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Kleider machen Leute, und Rahmen Bilder

Heinz Henschel war ein äußerst spartanischer Mensch und er begnügte sich mit wenig Luxus. Seine Küche beispielsweise war selbst gezimmert, bestückt mit einem alten Eisenplattenherd. Es war nicht so, dass er sich nicht etwas Besseres hätte leisten können, er sah nur keinen Sinn darin. Die enthaltsame Einstellung zum Leben, hat Henschel auch konsequent bei der Wahl seiner Bilderahmen gezeigt. Er rahmte sämtliche Werke generell in weißen Kunststoff-Rahmen mit spiegelndem Glas. Pragmatisch, günstig und wenn man es aus heutiger Sicht betrachtet … die falsche Entscheidung. Nun, er konnte nicht ahnen, dass seine Werke einmal in einem Museum zu sehen sein werden. Vor gut 8 Wochen haben wir zur Probe 3 weiße Rahmen aus Echtholz mit entspiegeltem Glas besorgt und haben 3 seiner Bilder umgerahmt. Der A-ha-Effekt war gewaltig. Die Bilder wirkten deutlich wertiger und die störenden Reflektionen gehörten der Vergangenheit an. Zudem sorgte die schlichte Holzleiste mit den viel feineren Gehrungen für ein ruhigeres Umfeld. Nichts soll den Blick auf das Motiv stören. Aufgrund des Ergebnisses entschieden wir, dass sämtliche Bilder, die in der kommenden Ausstellungspremiere zu sehen sein werden, umgerahmt werden müssen, um dem Werk des Künstlers gerecht zu werden. Nachdem die Finanzierung gesichert war, wurde das Kölner Bilderrahmenwerk mit dem Auftrag zur Herstellung bedacht. Gleichzeitig wurde der Markt nach einem geeigneten Passapartout-Karton durchsucht, der in der Farbe exakt auf den Rahmen abgestimmt ist. In der vergangenen Woche klingelte dann der freundliche Spediteur an der Türe, um gut 100 Kilo Bilderrahmen abzuladen. Was dann folgte, zeigt unsere Fotostrecke:                                           Die Aktion wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen. Insgesamt müssen über 120 Bilder neu gerahmt werden. Gut, dass derzeit gerade Winter ist. Für die intensive Betreuung bei der Suche nach „dem Rahmen“ und den passenden Passepartouts geht unser Dank an Firma Foto Drathen und seinen Mitarbeitern in Köln.

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Der lange Weg zur Ausstellung

Die Ausstellungspremiere, auf die wir nun seit eineinhalb Jahren hinarbeiten, nimmt konkrete Formen an. Erste Hinweise erscheinen in den Veranstaltungskalendern. In Kürze dürfte das Plakat für die Ausstellung vorgestellt werden. Wir freuen uns sehr und sind mit Recht aufgeregt. Der Weg dorthin war lang, aufregend und arbeitsintensiv. Gut 1300 Einzelstücke aus der Sammlung Henschel mussten erfasst und katalogisiert werden. Gut 200 Bilder davon mussten zudem hierfür entrahmt werden. Jedes einzelne Bild wurde vermessen, auf Signaturen und Jahreszahlen untersucht, hochaufgelöst digitalisiert und mit einem Nachlassverweis gekennzeichnet. Nach der technischen Aufarbeitung, zu der auch die Organisation der Lagerung gehört, folgte die Auseinandersetzung mit dem Werk. Es wollte verstanden werden. Heute wissen wir so viel mehr über den Menschen Heinz, als wir zu Lebzeiten wussten, dass es einen schon erschrecken kann, weil so viele Fragen nie gestellt wurden. Durch seine Bilder können wir tief in seine Seele schauen und Dinge ans Tageslicht holen, von denen wir gar nicht wissen, ob der Künstler dies so vorgesehen hatte. Diese Reise ist noch lange nicht zu Ende. Als Abschluss und der Vollständigkeit halber haben wir uns jüngst noch auf eine Tour in die alte Heimat von Henschel begeben und Bilder gesucht, die er an ehemalige Nachbarn und Freunde vergeben hatte. Auch hier wurden wir fündig und staunten nicht schlecht, weil wir dort unter anderem frühe Werke der Anfangszeit fanden, die uns in ihrer Qualität und Ausdrucksform sehr beeindruckt haben. Ob diese Werke dem schon bestehenden Ausstellungskonzept noch zugefügt werden können, wird sich zeigen.

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Kabinettausstellung: Wanderer zwischen den Welten – Heinz Henschel

Kabinettausstellung „Wanderer zwischen den Welten – Heinz Henschel“ Heinz Henschel, 1938 in Brockau (Polen) geboren und 2016 in Mönchengladbach verstorben, lebte eher zurückgezogen und introvertiert, weshalb seine künstlerische Entwicklung nicht unmittelbar nachvollziehbar ist. Doch seine Hinterlassenschaften zeugen von einer Meisterschaft in der Strichführung und einer besonderen Beobachtungsgabe. Zudem zeigt sich eine ausgesprochene Liebe zum Detail und das oft in einem kleinen Format, so dass man davon ausgehen kann, dass er ein klares Konzept für seine Bilder besaß. Neben Radierungen finden sich Aquarelle, Bleistiftzeichnungen, Collagen und Arbeiten mit Filzstift, Buntstift und Tusche in seinem Werk. Die Motive sind vielfältig und vielschichtig und reichen von Schiffs-, Tier- und Landschaftsdarstellungen bis zu abstrakten Bildern. Um ihn als „Wanderer zwischen Welten“ zu begreifen bedarf es nur der Betrachtung seines Werks. Höchst schöpferisch und nie rastend erschafft er neue Welten, in erster Linie für sich selber. Das Werk des Künstlers wird erstmalig in Form einer Kabinettausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Termine zur Ausstellung: Samstag, 03.03.2018 | 15.00 Uhr Sonntag, 18.03.2018 | 14.00 Uhr Öffentliche Führung zur Kabinettausstellung Keine Anmeldung erforderlich | 4,00 Euro pro Person   Quelle: www.niederrheinisches-museum-kevelaer.de

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Radierpressen geborgen

Anderthalb Jahre nach dem Tod von Henschel, ist es gelungen, seine selbstgebauten Radierpressen zu bergen. Der Kunstpädagoge Günter Küsters aus Dülken hatte Henschel einmal eine Schulpresse geliehen und ihm so den Weg zur Radierung geebnet. Henschel, der gelernter Dreher und Schlosser war, baute sich diese Presse nach. Mit ihr konnte er Radierungen bis zur Größe DinA4 herstellen. Ob es der Wunsch nach einem größeren  Format oder einem  höheren Pressdruck war wurde nicht überliefert. Fakt ist jedoch, dass Henschel sich kurze Zeit später eine zweite Presse baute, die eine Walzenlänge von über 80cm aufweist und die gut 300 KG auf die Waage bringt. Günter Küsters, in dessen Besitz die Pressen nach dem Tode Henschels übergingen, ist im letzten Jahr ebenfalls verstorben. Er wollte die beiden Geräte eigentlich einem befreundeten Künstler schenken. Durch sein eigenes Ableben, gelangten sie dann in den Besitz seiner Frau. Ihr ist es zu verdanken, dass die beide Pressen nun als ein Teil der Sammlung Henschel erhalten geblieben sind. Die Bergung war alles andere als eine Spazierfahrt. Henschel hatte die große Presse im Keller seiner ehemaligen Wohnung aufgebaut. In zwei Teile zerlegt, musste diese einen sehr schmalen Kelleraufgang hinaufgetragen werden. Im Zuge dieser Bergung konnten ebenfalls alle Werkzeuge, die Henschel für die Erschaffung seiner Radierungen benutzt hat, gesichert werden. Mindestens eine der Pressen wird bei der Ausstellungpremiere in Kevelaer zu sehen sein.

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